Montag, 12. Februar 2018

Träge und Faul? Aufschieberitis?


Warum sind viele Menschen, trotz des Wissens: „Klar, muss ich was tun, damit was passiert!“ träge und faul? Wo kommen all die Ausreden her, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen? Du hast es dir doch fest vorgenommen, es ist etwas, was du auch wirklich möchtest, doch irgendwie „schleichst“ du um die Sache herum. 


„Irgendetwas“ hält dich ab, lässt dich solche Dinge denken wie:

- Und wenn es nicht funktioniert, war eh alle Arbeit umsonst, also lass ich es gleich bleiben
- Ich bin heute/jetzt/im Moment zu müde
- Das mache ich morgen
- Es kommt gerade ein guter Film im TV
- Das bringt doch nichts
- Erst noch die Mails checken
- Erst mal Facebook öffnen…
- was mache ich hier eigentlich, das brauche ich doch nicht
- das haben schon andere probiert
- kann ich nicht
- mal schauen was im Kühlschrank ist
- erst mal ein Mittagsschläfchen, dann geh ich da ran
- muss erst mal was anderes erledigen
- später
- bin gefühlsmäßig nicht soweit,
- wenn ich es mache, dann will ich es richtig machen, das geht im Moment nicht, also lass ich es… usw.

Dein Unbewusstes (UB) (Umgangssprachlich: Unterbewusstsein) ist ein „Gewohnheitstier“; es will den einfachen Weg gehen. Dieses „Irgendetwas“, also das was dich abhält, aktiv zu sein, ist eine dominante Speicherung in deinem UB.

Dein UB wird die gewohnte, bewährte Denk- und Handlungsweise als Favorit behandeln. Denn, wie du schon gelesen hast, kann dein UB nicht bewerten ob die neue Denk- und Handlungsweise, die du dir wünschst, besser für dich ist. Es möchte das gewohnte (und sehr gut gelernte, emotionalisierte) beibehalten. Also solltest du darauf gefasst sein, wenn du etwas Neues angehst, ein neues Projekt, eine Sache die etwas in deinem Leben verändert, dass dein UB raffinierte Ablenkungsmanöver einleitet, um das Bewährte zu bewahren. Was ist zu tun?

„Der dominante Gedanke,
die dominante Emotion strebt zur Verwirklichung!“
Richte dir zum Beispiel eine neue innere Schublade ein, die Anleitung dazu findest du hier im „UB Kapitel.“ Formuliere Affirmationen, die das beinhalten, wofür du aktiv sein möchtest. Gib deinem UB die Möglichkeit, durch bewusst gesetzte Suggestionen und vor allem Handlungen, einen neuen Gegenpol zu setzten. Formuliere bewusst neue Glaubenssätze und erforsche das Glaubenssystem, dass dich daran hindert Pro-Aktiv zu sein. Das UB beginnt, den dominanten Gedanken als neue Steuerung deiner Handlungen zu akzeptieren. Es wird sich an das neue gewöhnen, vor allem wenn es ihm immer mehr Freude bereitet. (Lust-Unlustprinzip!)

Doch nicht nur dein UB ist an Veränderungen beteiligt, ebenso dein bewusstes Selbst, dein Verstand. Die Forscher DiClemente/Prochaska beschreiben in ihrem Transtheoretischen Modell diese fünf Stufen.

Stufe 1: Absichtslosigkeit
Alles ist gut, so wie es ist. Ich muss nichts ändern

Stufe 2: Absichtsbildung
Ich will (werde) dieses Verhalten ändern (müssen)

Stufe 3:  Vorbereitung
Ich buche ein Seminar (... oder unternehme andere konkrete Schritte)

Stufe 4: Handlung
Das tue ich, so verhalte ich mich ab jetzt (... machen statt wollen)

Stufe 5: Aufrechterhaltung
Das alte, unerwünschte Verhalten habe ich nun schon seit längerem nicht mehr gezeigt

Mir persönlich hilft bei diesen Situationen der Gedanke an mein „Evolvere“! Wenn ich etwas neue angehe, zum Beispiel ein weiteres Buch zu schreiben, bin ich mir in meinem Herzen bewusst, dass dies eine Aktivität meiner Entfaltung ist. Dass dieses Evolvere erst dann geschehen kann, wenn ich ihm Lebens-Zeit (Existenz) mit meiner Schreibaktivität zuteile. Ich bin mir bewusst, dass meine Kreativität einen Impuls braucht. Den Impuls des Schreibens. In den ersten Jahren hat sich mein UB mit einem genialen Ablenkungsmanöver gemeldet. Da kamen so Sätze in meinen Geist wie: „Das ist doch alles schon geschrieben; Wer will denn lesen was du schreibst; du kannst das nicht, bei deiner Schulbildung; und einige mehr…“Das war ein Unlustpegel, der mich abhielt dieses Evolvere zu leben.

Doch es war auch etwas anderes in mir präsent. Die Liebe zum Beruf Trainer, die Wertschätzung zu den Menschen, die ich an den Trainings begleiten darf.

Somit habe ich mich entschieden, meine Texte für die Menschen zu schreiben, die meine Seminare besuchen. Daraus ist der Wissensspeicher der Persönlichkeitstrainer- Ausbildung entstanden (Das sind über 2000 Seiten Anleitungen für die Trainer, die wir ausbilden) Das hat mir Freude und Lust bereitet. Für diese Menschen schreibe ich gerne. Die kennen mich. Denen ist es auch egal, wenn mal ein Schreibfehler da ist, oder die Grammatik nicht stimmt. Diesen Menschen geht es um die Inhalte, um die Botschaft. So hat sich mein Evolvere entfalten dürfen über die Jahrzehnte. Heute ist das Schreiben etwas, das ich liebe und das mich erfüllt. Erfreulicherweise werden meine Bücher auch von sehr vielen Menschen gelesen, die noch an keinem Seminar waren. Das ist toll und freut mich sehr. 

Wenn du also ein neues Projekt hast, lass dein UB dein Evolvere spüren und wahrnehmen – so emotional und intensiv wie möglich. Zeig deinem UB die Sehnsucht deiner Seele. Es wird dich vollkommen unterstützen. (Siehe auch „Das Lust und Unlustprinzip" in diesem Kapitel)



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