Sonntag, 4. Februar 2018

Es ist im Grunde sehr einfach...


„Das Leben ist wie zeichnen ohne Radiergummi.
Ich habe mich vermalt, bitte verzeih mir.“

Sobald du verzeihst, verzichtest du! Du verzichtest auf Rachegedanken und auf dein „Recht“ den anderen schuldig zu sprechen. Du selbst weißt von dir, dass auch du nicht fehlerfrei bist, wer ist das schon? Und gibt es nicht Situationen in deinem Leben, wo du dir wünschen würdest, dass dir verziehen wird? Irgendwo habe ich einmal gelesen, dass wir ein Stückchen mehr Seele dazu gewinnen, sobald wir vom Herzen her verzeihen. Wobei aus meiner Sicht die Seele immer vollständig ist und es eher um einen bewussten Prozess der inneren Befreiung geht.
Das Wort Verzeihen kommt von Zeihen, das bedeutet auf jemanden zeigen, jemanden anklagen. Solange du anklagst, gibst du dem anderen Macht und Energie. Wenn du nicht mehr anklagst, gibst du sozusagen einen Anspruch auf, den Anspruch, den du hast durch die Schuld des anderen.

Spüre das Gefühl der Wut, des Schmerzes, das ist ok, dränge es nicht mehr weg durch Schuldzuweisung. Halte das Gefühl bewusst aus, ohne Anklage gegen jemand anderen, einfach als das Gefühl, das in dir aufsteigt. Diese Wut gibt dir Kraft. Die Kraft aktiv zu sein, aus dir heraus und den anderen aus deinem Herzen raus zubringen. Verzeihen ist also keine Verstandes Entscheidung, Verzeihen ist ein innerer Erkenntnis Prozess.

Die Tiefe der menschlichen Seele
bietet unergründliche Kräfte.
(Franz von Assisi)

Solange der Pfeil noch in dir steckt, wirst du nicht vergeben. Wenn er/sie nicht mehr „in dir ist“ bist du frei!  Du kannst dann wahrnehmen dass er/sie das, was dich so verletzt hat, vielleicht bewusst getan hat, vielleicht aber auch unbewusst, aus einer Not heraus, oder schlicht und einfach weil er/sie keine Möglichkeit sah, anders zu handeln. Vielleicht ist/war dieser Mensch voller Ängste und Komplexe.

Der Andere musste dich klein machen, um sich selbst groß zu fühlen.  Wenn du diese Gedanken über den anderen getrennt vom Gefühl wahrnehmen kannst, befreist du dich. Du befreist dich von dem, was dich verletzt hat.

Solange der Pfeil noch in dir steckt, kannst du nicht vergeben. Ziehe zuerst den Pfeil heraus und gebe der Wunde dann Zeit zu heilen. Mache dich frei, indem du den anderen von einer Ebene aus beobachtest, die außerhalb von dir ist. Damit befreist du dich von der Macht, die der andere hatte, solange dies Gefühl in dir war. So ziehst du symbolisch den Pfeil heraus. Und dann kümmere dich um dich, um die Wunde. Lass die Wunde heilen.  Wenn du dich liebst, kannst du verzeihen. Verzeihen ist heilend und integriert alle die Selbste in dir, die durch die „Schuldzuweisung“ verletzt wurden.

„Wenn Verzeihen geschehen darf, ist das ein Neubeginn für dich
und auch für den anderen.“

Oder bist du der Pfeil im Herzen des anderen? Ich möchte dich noch auf etwas hinweisen. Sicher bist du schon selbst darauf gekommen, oder? Du darfst dein Gegenüber auch um Verzeihen bitten. Vielleicht hilft dir für dieses Gespräch der Satz unten. Wer ist schon perfekt und macht keine Fehler im Leben? Wenn du Mist gemacht hast und es dich belastet, bist du der Pfeil im Herzen des anderen. Beide können sich befreien, wenn echtes Verzeihen geschieht.

„Das Leben ist wie zeichnen ohne Radiergummi.
Ich habe mich vermalt, bitte verzeih mir.“

Text aus dem Buch "EVOLVERE"
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