Freitag, 5. Mai 2017

Ich würde gerne ein kurzes Gespräch mit allen Vätern führen.... Mütter dürfen auch weiterlesen :-)




„So, ihr lieben Kinder, jetzt habt ihr euch was ganz besonderes verdient. Draußen ist Gitti mit den Hunden, die wartet auf euch, zum spielen. Geht einfach runter auf die Wiese." Lautes Hurra Geschrei erschallt im Positiv Factory Seminarraum beim Kinder-Eltern Seminar und das Chaos bricht über uns herein. Wunderbar! Mit großem Geschrei stürmt die Rasselbande aus dem Raum. Es werden noch schnell einige Kekse eingepackt und dann rennen die Kinder raus in die wohlverdiente Pause. Ich bleibe mit den Eltern im Raum.


"Ich würde gerne ein kurzes Gespräch mit den Vätern führen. Wer will, kann kurz dableiben!" Ein bisserl irritiert bleiben die Männer im Raum, während die Mütter schmunzelnd in die Pause gehen, um sich in aller Ruhe Kaffee und Kuchen in der Sonne zu gönnen. Sie haben die unsicheren Blicke ihrer Männer gesehen. "Was will der denn ausgerechnet von uns? Wir machen das hier alles richtig! Wir schauen, dass unserer Kinder jede Übung ganz ordentlich mitmachen!" Das oder ähnliches geht einigen nun sicher durch den Kopf.

"Schön, dass alle hier geblieben sind. Dauert auch nicht lange. Ich möchte jedem Vater hier im Raum eine tolle Übung und Erfahrung anbieten, die wir gleich nach der Pause in Gang bringen können. Was relativ einfaches. Etwas, dass selbstverständlich sein sollte im Umgang mit seinen Kindern. Doch, ich habe in den letzten Stunden beobachtet, dass es nicht angewandt wird. Oder, um es mal so auszudrücken, es wird angewandt, aber leider auf eine Art und Weise, die beim Kind Angst, Zorn oder auch Wut und vor allem Trotz hervorruft. Ich weis, das möchte niemand hier im Raum, wir sind ja alle hier um eine gemeinsame Basis des Verständnis untereinander aufzubauen."

"Ich habe nichts falsch gemacht!" entrüstet sich ein Vater. "Es geht nicht um richtig oder falsch, es geht darum wie du dein Kind besprichst. Welche Worte es von dir als Vater hört. Deine Worte sind das Trägermedium eurer Verbindung. Schau mal, die Kleinen sind jetzt 5 bis 10 Jahre alt. Die haben ein offenes Unterbewusstsein, die lieben euch, die hören die Worte ihres Vaters und nehmen das sehr ernst. Papa weis alles! Papa ist der beste, schlauste und der Held. Deine Worte beeinflussen das Bewusstsein und die Seele deines Kindes ein Leben lang! Was möchtest du da eingeben? Ist dir bewusst, dass du dein Kind permanent etikettierst? Du gibst ihm ein Label, das es vielleicht ein Leben lang trägt. An diesem Label, das du mit deinen Worten an ihm anbringst, orientiert es sich ein Leben lang! Aus dem Etikett, das du ihm gibst, entwickelt dein Kind seine Werte, Glaubenssätze und Überzeugungen. Letztendlich seinen Charakter. Und in vielen Fällen wird dein Kind das gleiche Label an seinen Kindern „anbringen“. Was also ist es, was du Labeln möchtest?“ antworte ich ihm. Er hört aufmerksam zu, auch die anderen haben nun Platz genommen und schauen nachdenklich in die Runde. 

Ich fahre fort: „Es gibt eine Unmenge von Seminaren, die von Erwachsenen besucht werden, da es ihnen schlecht geht in Bezug auf ihr Verhältnis zu ihren Eltern. Da gibt es dann zum Beispiel Übungen mit der Frage: „Was hättest du gerne von deinem Vater gehört?“ Was meinst du, was da als Antwort kommt? Wie wäre es, diese Worte und Sätze ab sofort bewusst einzugeben. Damit unsere Kinder diese Seminare nicht besuchen müssen, da sie das Geschenk und die Kraft dieser wichtigen Sätze während ihrem Erwachsenwerdens von uns geschenkt bekommen haben. Nachher, nach der Pause, bei an der Übung hast du die Chance dazu, einverstanden?" „Ja, ok, können wir machen...“, kommt es aus der Gruppe gemurmelt zurück. Jener, der alles richtig und korrekt machen möchte fragt: "Nur wir Männer, warum auch nicht unsere Frauen?" "Das ist eine berechtigte Frage, ich möchte dir dazu zwei Antworten geben. Hier die erste“.

"Wir Männer können eine Geburt nur als mitfühlender Beobachter erleben. Die Gnade, ein Leben in sich entstehen zu lassen und zu gebären, das kann nur eine Frau.  Eine Mutter liebt und handelt immer aus der Liebe, die aus ihr heraus gekommen ist. Ihr Kind ist in ihr gewachsen, ein Teil ihres Selbst, ihrer Seele und ihres Bewusstseins. Das ist eine Verbindung, die wir Väter ab dem Moment aufbauen dürfen und müssen, wenn uns das Kind in die Arme gelegt wird. Wir sind das männliche Prinzip. Das Gebende. Wir sind es, die Liebe hingeben müssen, zu dem einmaligen Wesen, dass uns von unserer Frau geschenkt wurde. Das ist der Grund, warum ich mich entschieden habe, diese Übung im ersten Schritt nur mit den Vätern und den Kindern zu machen. Das, was wir gleich als bewusste Vater - Kind Kommunikation im Raum aufbauen, ist etwas dass vom Mutterherz stetig und natürlich zum Kind strömt. Jedenfalls in den meisten Fällen. In den ersten Lebensjahren hat ein Kind in unserer Gesellschaft hauptsächlich weibliche Energie als Gegenüber und somit als Spiegel. Schau doch mal, wer das alles stemmt. Die Frauen! Ich schätze mal zu 90% sind das Frauen im Kindergarten, der Vorschule und der Grundschule. Die Frauen sind es, die ihren Beruf hinten anstellen, um in den ersten wichtigen Jahren beim Kind zu sein. Die Frauen sind es, die verzichten. Das ist der sichtbare Ausdruck der bedingungslosen Mutterliebe. Unser Job als Vater ist es, den männlichen, liebevollen Vater- Pol zu setzten. Lass uns nach der Pause gleich damit beginnen."

Die nachfolgende Übung war sehr berührend. Vor allem für die Väter, da sie die Möglichkeit hatten, ihrem Kind auf eine besondere Art zu begegnen. Die Mütter wurden liebevoll ins Geschehen integriert, die Kinder mussten nicht extra integriert werden. Diese waren einfach das, was sie sind. Wunderbare Seelen, die wir Eltern begleiten dürfen.

Hast du Lust weiter zu lesen? Der nachfolgende Text ist aus meinem Buch „Ermächtige Dich!“ und zeigt das Thema aus einem anderen Blickwinkel auf. Das ist die zweite Antwort, die ich den Männern am Kinder-Eltern Seminar gegeben habe. Nach dem Text war zuerst Betroffenheit in Raum, was zeigt, dass es einige getroffen hat. Das veränderte sich danach in eine wunderbare Begegnung der Väter zu ihren Kindern und später in der Reflektion auch zu ihren Lebensgefährtinnen.

Stell dir vor, du hältst dein neugeborenes Baby im Arm.
Du hast das Wunder dieser Geburt erlebt, beobachtet, wahrgenommen. Du hast den ersten Atemzug dieser einzigartigen Seele gehört, du hast den Eintritt dieser einmaligen Seele in die Polarität, ins Leben, emotional und mit bewusstem, offenem Herzen wahrgenommen. Du bist erfüllt von diesem Erlebnis. Du bist eingetaucht in das Wunder des Werdens, erfüllt von einer tiefen Erfurcht in die Schöpfung, die sich dir offenbart hat! Du schaust dieser in deiner Welt angekommenen Seele, dem Neugeborenen Baby in die Augen und blickst mitten in das Wunder des Universums. Es offenbart sich dir! Du blickst in vollkommene Reinheit, in bedingungslose Liebe. In diesem Moment ist dir klar, woraus alles besteht, aus welcher Substanz alles „gemacht“ ist. Aus LIEBE! Du bist in der Gnade der Vollkommenen Verbindung mit all´ dem was ist. Du schaust dem Neugeborenen in die Augen, es hat den Ausdruck der Einheit im Blick. Vollkommene Reinheit. Unbefleckt. Spürbar verbunden mit der Quelle. Das Baby, DEIN KIND! schaut dich in bedingungsloser, reiner Liebe an. Du spürst diese bedingungslose, reine, vollkommene Liebe. Es ist ein Teil deiner Seele, was du da in deinen Armen hältst und behütest. Du bist vollkommen erfüllt von Liebe. Würdest du in diesem Moment das Baby streng anschauen, und ihm folgendes sagen? “Ich liebe dich, aber nur wenn du immer gute Noten nach Hause bringst, wenn aus dir was Ordentliches wird, wenn du immer dein Zimmer aufräumst, schön danke und bitte sagst und die Leistung bringst, die ich von dir erwarte! Und vor allem, widersprich  mir niemals, denn wenn du das tust, entziehe ich dir die Liebe!“ © Dieter M. Hörner

Hast du diesen Post gelesen?
Hier geht es um die Kontroll- Dramen, den Kampf um Energie, also den Kampf um Liebe. Menschen, die in der Liebe sind, diese erfahren, annehmen und vor allem auch geben können, haben diesen Kampf um Energie, der in dem Post beschrieben wird, nicht nötig. Das ist es, was wir unseren Kindern geben können und sollten. Dann kämpfen sie als Erwachsene nicht um Energie, haben diese Kontroll-Dramen nicht nötig. Im Gegenteil!

  
„Meine“ Mädels!
Tashina und Petra



 „Meine“ Jungs!
Manuel; Marc-Andre; Marvin; PapaDieter; und Mike

1 Kommentar:

  1. Tolle Mädels! Super Jungs!
    Du bist einfach ein Glückspilz!
    Einen schönen Sommer für euch!
    Den Beitrag lese ich nochmal in Ruhe ...sollte funktionieren erfahrener Vater für ambitionierte Väter! Das find ich gut!

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